Startpunkt Tübingen, Endpunkt Schömberg
Freizeitkarten F523 Tübingen-Reutlingen und F507 Villingen-Schwenningen 1:50.000 (hier online bestellen)
Mit dem Rad-Wander-Shuttle, der auf der Bahnstrecke von Tübingen nach Schömberg, der Zollern-Alb-Bahn 3 (ZAB 3 - 769), unterwegs ist, kommen Sie bequem von Tübingen über Balingen in das Obere Schlichemtal nach Schömberg. Schon die Bahnfahrt - und ihre Stationen - sind ein Erlebnis für sich. Unter dem Motto "Schätze über und unter der Erde" lässt sich vieles Interessantes entdecken, von den Gipfeln der "Zehn Tausender" der Schwäbischen Alb bis hinunter zu verborgenen Schätzen der Unterwelt.
Bitte beachten Sie: der Rad-Wander-Shuttle ZAB 3 fährt diese Strecke immer nur an Sonn- und Feiertagen von 1. Mai bis zum 17. Oktober! Den kompletten Fahrplan finden Sie in unsere Broschüre "Zollern-Alb-Bahn 3: Zugfahren, Radeln & Wandern auf der Zollernalb", die immer Anfang des Jahres von uns herausgegeben wird.
Doch Vorsicht! Die Szenerie wechselt: Mal spielen die Filmszenen in Fahrtrichtung auf der rechten, mal auf der linken Seite! Wo und wann die Stationen entlang der Zugstrecke auftauchen, können Sie dieser Karte (pdf) entnehmen. Machen Sie sich bereit! Es geht los!
1. Hauptbahnhof Tübinge und Schloss Hohentübingen
2. Hechingen mit Burg Hohenzollern
3. Balingen Bahnhof und Zollernschloss
4. Haltepunkt Endingen & Seilbahn
5. Zwischen Endingen und Erzingen: Ölschiefer
6. Dotternhausen-Dormettingen: Zementwerk & Fossilien
7. Plettenberg
8./9. Stausee Schömberg & Bahnhof Schömberg
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1. Tübingen Hauptbahnhof
Schloss Hohentübingen: Ein Schatz in einem Schatz. Nicht nur das stolze Schloss selbst ist sehenswert, auch sein Inhalt: Sind hier doch Originale steinzeitlicher Plastiken ausgestellt! Sie gehören zu den ältesten Kunstschätzen der Menschheit.
Es ist das Jahr 2006. Studenten der Universität Tübingen sind auf Schatzsuche. Sie durchsuchen "Dreck". Genauer gesagt: Abraum. Überreste archäologischer Ausgrabungen, die 1931 in der Vogelherdhöhle, einer Höhle auf der Schwäbischen Alb, durchgeführt wurden. Plötzlich hält einer der Studenten eine 3,7 Zentimeter große und 7,5 Gramm leichte Mammutfigur in der Hand. Eine Weltsensation! Wie sich wenig später herausstellt, handelt es sich bei diesem Fund um die älteste vollständige Elfenbeinplastik der Welt.
Universitätsstädte sind also meistens wahre Schatzstädte! Tübingen ist hierfür ein wunderbares Beispiel. Dass Schätze oftmals übersehen werden, beweist die Entdeckungsgeschichte des jüngsten Kunstwerks. Übrigens haben auch etliche Exponate der Mineralogischen Sammlungen der Universität Tübingen internationales Format, vor allem ihre Meteoritensammlung.
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Was haben der Tübinger Güterbahnhof und der Balinger Bahnhof gemeinsam? Einen "Bodenschatz"! Es ist das Erdreich unter einem Teil ihrer Gleisfelder! Und das kam so: Im Sommer 1910 begann der Bau der Nebenbahn Balingen-Schömberg (ZAB 3). Beim Verbreitern des langen Einschnittes für das Schömberger Gleis am Südende des Bahnhofs fielen große Mengen Gestein und Erde an. Da hatte jemand die Idee, der Aushub würde in Tübingen gute Dienste leisten. Dort wurde nämlich gleichzeitig und von derselben Firma ein vierzehngleisiger Güterbahnhof angelegt, was nicht ohne weiträumige Aufschüttungen ging. In Balingen wurde ein 25-Wagen-Zug geladen, der dann bis zu dreimal am Tag das Erdmaterial nach Tübingen transportierte.
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2. Hechingen mit der Burg Hohenzollern
Auch die Burg Hohenzollern ist ein Schatz mit Schatz. Doch was hat es mit den wackelnden Tabakdosen auf sich?
Es ist der 3. September 1978. Immer wieder zittert der Boden. Ein Erdbeben! Auch die Burg Hohenzollern wird schwer in Mitleidenschaft gezogen. Gott sei Dank werden ihre Schätze im Innern nur ordentlich durchgerüttelt. Immerhin finden sich darunter Besonderheiten ... wie eine Tabakdose. Doch nicht irgendeine: Es ist die lebensrettende Tabakdose von Friedrich dem Großen! Sogar die an ihr abgeprallte Gewehrkugel ist erhalten! Eine Geschichte, die man sich am besten auf der Burg selbst erzählen lässt. Inmitten ihres romantisch-wehrhaften Ambientes. Wenn dabei gelegentlich die Erde bebt, so ist das nicht verwunderlich.
Zu den Burgschätzen gehört übrigens auch die preußische Königskrone. Zwischen 1952 und 1991 befanden sich sogar die Särge der Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrichs des Großen hier. Erst 1991, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, wurden sie wieder nach Potsdam überführt. Bis heute gehört die Burg Hohenzollern zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbisch-katholischen Linie. Und deshalb sollte diese Stammburg der Hohenzollern nicht mit dem ähnlich klingenden Zollernschloss in Balingen verwechselt werden.
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Spätestens kurz vor Hechingen heißt es aufpassen! Sichern Sie sich einen Fensterplatz in Fahrtrichtung rechts, denn auf dieser Seite sind kurz hintereinander gleich zwei Sehenswürdigkeiten zu entdecken: Zuerst ist am Anfang des DB-Gleisfeldes das Gleis zum "Landesbahnhof" der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) zu sehen. Es geht in eine der seltenen "Spitzkehren" und dann in ein steiles Gefälle über. Früher war das für Rangierfahrten der einzige Weg, mittels einer "Sägebewegung" zum jeweils anderen Bahnhof zu wechseln. Desweiteren ist das stattliche Empfangsgebäude zu nennen. 1868 als erstes der Zollernbahn errichtet, ist es seither äußerlich nahezu unverändert geblieben.
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3. Balingen Bahnhof
Der Balinger Bahnhof - ein Grenzbahnhof? Aber ja! Denn Sie befinden sich in der letzten württembergischen Stadt an der Bahnstrecke nach Schömberg. Gelegenheit, noch einmal "Württemberg" zu tanken, zum Beispiel im Balinger Zollernschloss.
Hinter Balingen sind nur noch die Orte Endingen und Erzingen altwürttembergisch, danach kommt die Grenze: Zuerst wird es ritterschaftlich (Dotternhausen und Dormettingen) danach sogar vorderösterreichisch (Schömberg). Bis heute wirken diese 1806 eigentlich aufgehobenen Grenzen durch Konfessionen und Mentalitäten nach, sichtbar zum Beispiel an der unterschiedlichen Intensität der "Fasnet".
Doch nicht nur mit "Brauchtumsschätzen" ist diese Region gesegnet, auch mit baulichen Kostbarkeiten: Obwohl es so heißt, ist das Zollernschloss in Balingen nicht hohenzollerisch, sondern württembergisch. Seinen Namen hat es von der Herrschaft der Grafen von Zollern-Schalksburg, die das Schloss im Zusammenhang mit der Stadtgründung von Balingen im 13. Jahrhundert erbauten. Aber bereits 1403 kam die gesamte Herrschaft und damit auch das Schloss an Württemberg, wo es im Prinzip bis heute blieb. Das Zollernschloss bildet zusammen mit Wasserturm, Reiterhaus, Zehntscheuer und Resten der Stadtbefestigung eines der schönsten Gebäudeensembles von Balingen. Im Schloss selbst befindet sich mit dem Museum für Waage und Gewicht eine der größten derartigen Sammlungen weltweit!
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
War das ein Fest! An jenem Dienstag, dem 24. Oktober 1911. Zum Feiern gab es gleich zwei Anlässe: Erstens wurde auf der nagelneuen Nebenbahn nach Schömberg der reguläre Betrieb aufgenommen. Und zweitens hatte die Oberamtsstadt nach 37 Jahren Wartezeit ein angemessenes Bahnhofsgebäude erhalten. Der Ansturm der Festgäste war riesig - jeder wollte einmal Probe fahren. Die Generaldirektion telegrafierte der Bahnhofsverwaltung Balingen: "Im Festzug (Sonderzug) nach Schömberg höchstens 450 Plätze dritter Klasse und 40 Plätze erster/zweiter Klasse vorsehen. Teilnahme von Vereinen einschränken!" Man wollte sicherstellen, dass der aus zwei bekränzten T 5-Loks und zehn Wagen bestehende Eröffnungszug die Steilstrecke hinter Erzingen schaffen würde. War doch als höchster Gast Seine Exzellenz Ministerpräsident Freiherr von Weizsäcker mit an Bord ...
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4. Haltepunkt Endingen
Vom Kindersegen und anderen Endinger Schätzen. Eine Seilbahn über einen Bahnhof bauen? Und Kindersegen aus einem Teich erwarten? Keine Angst! Die Endinger sind genauso normal wie andere auch. Doch vielleicht haben sie etwas mehr Phantasie.
In der Tat: Bis 1929 querte eine Seilbahn den Bahnhof von Endingen. Allerdings nicht zum Transport von Touristen und Albgästen, sondern ... von Steinen. Kalksteinen genauer gesagt. Ein regionaler Schatz! Denn ohne diese Reste des Jurameers hätten sich Städte wie Balingen kaum entwickeln können. Doch nicht als Baustein wurde der Kalk verwendet, sondern fein gemahlen als Bestandteil eines fast noch wichtigeren Schatzes: Zement. Hergestellt wurde dieser Baustoff damals in der "Cementfabrik Balingen", dem Endpunkt der Drahtseilbahn. Und abgebaut wurde der Kalkstein am Plettenberg, dem Anfangspunkt der Seilbahn (s. Station 7), in dessen Richtung sich so mancher Endinger Lausbub in einer leeren Seilbahngondel zu einer nicht ganz ungefährlichen Phantasiereise aufmachte... Allerdings nur bis Ende der 1920er Jahre, denn dann wurde die Materialseilbahn abgebaut. Von ihr zeugen allerdings noch Mastfundamente zwischen Endingen und Roßwangen.
Dass die Endinger früher glaubten, ihre Kinder kämen...nein, nicht vom Klapperstorch, sondern aus dem "Schweinsgompen", ist nur ein weiterer Beweis für ihre Phantasie. Denn ein "Gompen" ist im Schwäbischen ein Tümpel, wie er sich gerne über den hier tonreichen Juragesteinen bildet. Immerhin wäre das der Nachweis, dass die hiesigen "Schätze im Untergrund" sogar für den Nachwuchs sorgen...
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Das kleine ansehnliche Bahnhofsgebäude im Jugendstil gehört heute der Gemeinde. Sein Bauentwurf von 1910 wurde übrigens völlig identisch auch auf den beiden folgenden Bahnhöfen verwirklicht. Er sah im Erdgeschoss einen Dienst- und einen Warteraum vor, während sich im Obergeschoss bis in die 1960er-Jahre jeweils die Wohnung des "Bahnagenten" befand. Dieser war als Vertragskraft für die Abfertigung von Reisenden und Gütern zuständig. Übrigens querte die Materialseilbahn das Streckengleis am westlichen Ende des Bahnhofs. Um einen Schutz der Bahngäste vor möglicherweise herabfallenden Kalksteinen sicherzustellen, musste man in 6 Meter Höhe über dem Gleisbereich eine 3,8-Meter breite Fangbrücke aus Metallgeflecht unter dem Tragseil installieren.
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5. Zwischen Endingen und Erzingen
"Ölschiefer" - ein wertloser Schatz? Welch furchtbare Geschichte erzählen die Halden am Erzinger Wasserbehälter? Und was hat der höchstgelegene Weinberg Württembergs damit zu tun?
Spätsommer 1944. Auf der Bahnstrecke zwischen Balingen und Schömberg herrscht reger Betrieb. Züge bringen Baumaterial für mehrere Konzentrationslager, die hier entlang der Bahn in aller Eile errichtet werden. Für rund 10.000 Häftlinge, die unter menschenunwürdigen Umständen einen Schatz ans Tageslicht heben müssen, von dem die "Größen" des "Dritten Reiches" sich eine Trendwende im längst verlorenen Weltkrieg versprechen: Es ist ein hier anstehendes Gestein, der Posidonienschiefer. Er enthält "Kerogen", das sind brennbare Stoffe. In der Nähe des Erzinger Wasserbehälters stand einer der "Meiler", in welchem das auch als "Ölschiefer" bezeichnete Gestein zur Treibstoffgewinnung verschwelt wurde. Doch das Unternehmen "Wüste" genannte Projekt blieb ohne Erfolg: Das Gestein enthält zu wenig Kerogen. Tausende von Menschen mussten in den "Wüste"-Werken sinnlos ihr Leben lassen.
Heute wird der Posidonienschiefer für andere Zwecke gebraucht. Als Rohstoff für Zement, Fundort für Fossilien, aber auch als Anbaustandort für den Wein, der hier am Gaischberg auf ungefähr 600 m Höhe angebaut werden kann. Denn die dunklen Tonsteine des unteren Jura speichern Wasser, Nährstoffe und Wärme gleichzeitig und ermöglichen hier so im Verbund mit einer Südexposition den höchstgelegenen Weinbau von ganz Württemberg!
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Erst 300 Meter hinter dem heutigen Haltepunkt finden wir links das 1911 erbaute und vom jetzigen Besitzer mustergültig umgebaute ehemalige Empfangsgebäude in ursprünglicher Form. Seine "große" Zeit hatte der Dorfbahnhof 1944/1945, als in der Nähe die "Wüste"-Werke 4 und 5 im Bau waren. Ständig kamen damals mehr Güterwagen an, als abgestellt werden konnten. Man verlängerte Gleis 1 um 200 Meter und verlegte ein neues Gleis 3, an das die Anschlussgleise der Werke angebunden waren. Schon bald nach dem Ende des Krieges wurden die zusätzlichen Anlagen wieder abgebaut, so dass man sich heute nur noch anhand von Bodenverformungen ein Bild von damals machen kann.
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6. Dotternhausen-Dormettingen
Von Seilbahnen und Sauriern. Hier ist sie noch zu sehen: Die mit Kalkstein beladene Seilbahn für das Zementwerk. Doch gehen Sie selbst auf Schatzsuche!
In Balingen ist sie abgebaut. Hier kann man sie noch sehen: Eine Seilbahn zum Transport des begehrten Kalks, die in einer heute zum Holcim-Konzern gehörenden Zementfabrik endet. Bereits 1942 begann hier die Zementherstellung, einige Jahre später sogar mit Kühlwasser aus der extra dafür angestauten Schlichem (s. Station 8). Dass wir uns hier in einer "Zementregion" befinden, ist kein Wunder, bieten doch die vorkommenden Juragesteine (Kalk und Posidonienschiefer) nahezu alle Zutaten für diesen künstlichen Baustoff. Daneben entsteht durch die zur Zementherstellung notwendige Verbrennung des "Ölschiefers" auch noch ein großer Teil der Energie direkt vor Ort. Und das quasi als Abfallprodukt!
Beim Abbau des Posidonienschiefers werden übrigens immer wieder wertvolle und seltene Fossilien entdeckt, darunter Saurier und Krokodile! Zu sehen sind diese im Werkforum genannten, werkseigenen Museum. Hier können Fossilien aber nicht nur bewundert, sondern auf dem Klopfplatz selbst gesucht (und gefunden!) werden...
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Zum Aufbau des Portland-Zementwerkes ließ die Gründerfirma Rohrbach KG eine werkseigene, dreigleisige Rangier- und Abstellanlage parallel zum Staatsbahnhof erstellen. In den folgenden vier Jahrzehnten wurden über diese Gleise große Mengen Zement nach nah und fern versandt. Ins Werk kamen regelmäßig schwere Kohlenzüge die 1:37-Steigung von Erzingen herauf gefaucht, bespannt mit zwei starken Dampfloks. Heute liegen die Werksgleise im Dornröschenschlaf, im Bahnhof sind alle Hochbauten verschwunden. Ebenso die einst geschätzte Gaststätte am Bahnübergang, im Volksmund "Kanone" genannt.
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7. Plettenberg
Vielfältige Schätze auf und am Plettenberg. Nicht nur Kalk für Zement, auch wunderschöne Aussichten! Dazu seltene Tiere und Pflanzen! Als einer der "zehn Tausender" birgt der Plettenberg besonders viele Schätze. Doch manchmal drohen sie in der Tiefe zu verschwinden.
Früher per Seilbahn nach Balingen, heute nach Dotternhausen. Früher wie heute ist der Kalkstein für die Zementindustrie enorm wertvoll. Doch auch vor- und frühgeschichtliche Reste, von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter, vor allem jedoch die artenreiche und besondere Tier- und Pflanzenwelt machen den Plettenberg zu einem wahren "El Dorado" für jeden Naturfreund. Kein Wunder, dass bei manchen dieser Arten wie den Enzianen schon alpine Gefühle aufkommen, denn hier im Bereich der "Zehn Tausender", der höchsten Berge der Schwäbischen Alb, wurde dieses Mittelgebirge am stärksten herausgehoben. Starke Temperaturwechsel, ein Mosaik verschiedenster Böden, und das noch in kleinräumig wechselnder Exposition: Allein diese Faktoren reichen als Begründung für die überaus hohe Artenfülle vollkommen aus. Dazu kommt jedoch noch der Mensch mit seinen daran angepassten Nutzungen, die ebenfalls zur Lebensraumvielfalt beitragen: von der mit Wacholdern bestandenen Schafweide bis hin zum Steinbruch.
Doch die wahren Besonderheiten verdanken ihre Existenz ... dem Umstand, dass der Berg lebt: Es ist der 5. Oktober 1851. Nach heftigen Regenfällen geraten die Kalkschichten über aufgequollenen Tonschichten der mittleren und unteren Juraschichten ins Rutschen. Erst nach zwei Wochen kommt das Gestein zur Ruhe, ein Teil erst unten am Berg! Rutschungen und Erdschlipfe: Fluch oder Segen? Nicht erst seit dem letzten großen Bergrutsch bei Mössingen (1983), heute ein Naturschutzgebiet, ist die Meinung darüber geteilt: Was für den Land- oder Forstwirt ein "Schaden" ist, ermöglicht vielen Tieren und Pflanzen erst ihre Existenz, sorgen die Rutschungen doch für Dynamik und lassen laufend neue Lebensräume entstehen. Aber vielleicht sind diese "Massenverlagerungen" auch Zeichen unzufriedener "Erdleutlein"? Immerhin bewachen sie die Schätze des Untergrunds...
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8./9. Stausee Schömberg & Schömberg Bhf
Schömberg: Warum auch ein See zu einem Schatz werden kann. Hätten Sie es erkannt? Der See ist gar kein "echter", sondern ein Stausee. Nicht nur sein Wasser ist ein Schatz. Auch seine Umgebung.
Kaum vorstellbar, dass hier einmal kein See war. Doch schon das Eisenbahn-Viadukt, als wunderschöne Bogenbrücke selbst eine Besonderheit, hat diese Landschaft noch "seelos" gesehen. Denn sie führte bei ihrem Bau 1909 noch über einen Fluss, die Schlichem. Erst 1944 wurde die Schlichemtalsperre fertig gestellt, die die Flusslandschaft zum Stausee machte. Heute ein "Schatz für alle"! Erholungssuchende fahren auf ihm Boot, manche schwimmen gerne in ihm, manche genießen einfach seinen Anblick. Angler hingegen schätzen seine Fische. Der Wasserstau treibt ein Wasserkraftwerk mit immerhin 60 kW. Zudem ist der Stausee ein wichtiges Hochwasserrückhaltebecken und Lebensraum für viele selten gewordene "tierische" Seebewohner. Doch die Gründe für seinen Bau waren ganz andere, denn der Bauherr war das Portlandzementwerk Rudolf Rohrbach KG (heute Holcim AG) in Dotternhausen. Dieses benötigte das Wasser vor allem zur Kühlung bei der Zementherstellung (s. Station 6).
Eisenbahn-Nostalgie-Ecke:
Seit 2002 hat das hoch über der Schlichem gelegene Städtchen zwei Bahnhöfe, je einen links und rechts des Flusses. Zuerst treffen wir bei Streckenkilometer 10,9 auf den einfachen Bahnsteig des Haltepunktes "Schömberg Stausee", der nur dem Tourismus dient und Ausgangs- und Endpunkt schöner Wanderungen ist. Unser Zug hat von hier aus noch zwei Kilometer Fahrt vor sich, wobei er die zum See aufgestaute Schlichem in 19 Meter Höhe überquert. Das geschieht in einer engen Rechtskurve auf einem eleganten Dreibogen-Betonviadukt von 76 Meter Länge. Der eigentliche Bahnhof Schömberg ist seit 1971 Streckenendpunkt. Er bietet heute noch pure Kleinbahn-Romantik. Empfangsgebäude im Jugendstil, Güter- und Lokschuppen erinnern an betriebsame Tage.
Der Rad-Wander-Shuttle bringt Sie bequem ins Obere Schlichemtal und auf die Zollernalb. Von dort gibt es 14 attraktive Rad- und Wandertouren die in unsrer Broschüre "Zollern-Alb-Bahn 3: Zugfahren, Radeln & Wandern auf der Zollernalb" beschrieben sind (Übersichtskarte Rad- und Wandertouren ansehen)
Gerne schicken wir Ihnen die Zugtour inkl. Touren als Broschüre zu! Einfach eine E-Mail an verkehrsverbund@naldo.de schicken.
















