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Die Salz- und Mineral-Tour: Mit dem Rad von Balingen nach Tübingen

Startpunkt Balingen, Endpunkt Tübingen

49 Kilometer

Radtour

Freizeitkarte F523 Tübingen/Reutlingen 1:50.000 (hier online bestellen)

 

Für diese Radtour braucht man schon etwas Kondition, denn es geht über 49 Kilometer von Balingen über Haigerloch und Rottenburg nach Tübingen. Unterwegs kommt man am Salzbergewerk Stetten bei, macht man Station im Atomkeller-Museum und kann sich in Bad Imnau das hoch gesunde Mineralasser aus der Caspar-Quelle schmecken lassen!




Muschelkalk im Eyachtal

Tourbeschreibung:

Der Bahnhof Balingen wird mindestens einmal pro Stunde von den IRE-Zügen der Linie Stuttgart – Reutlingen – Tübingen – Balingen – Sigmaringen-Aulendorf  oder den HzL-Zügen der Linie Tübingen – Balingen – Sigmaringen – Aulendorf angefahren. Vom Bahnhof Balingen startet man auf dem Radweg entlang der L 365 zum Ortsteil Ostdorf und dann in Richtung Haigerloch. Bald hört der Radweg auf, dafür beginnt die rasante Abfahrt in das Eyachtal (Festhalten: 10 Prozent Gefälle!). Unmittelbar vor der Einmündung in die B 463 biegt der Radweg nach Haigerloch rechts ab und führt unter der Straße hindurch. Nach der Brücke erkennt man auf dem gegenüberliegenden Flussufer rötliche und grünliche Gesteinsschichten. Dabei handelt es sich um die sogenannten Bunten Mergel aus der Keuper-Zeit, deren Färbung auf Eisenmineralien zurückzuführen ist.




Weilerkirche in Owingen

Bei der Weiterfahrt durch das Eyachtal lohnt sich bald ein Blick zurück auf den Albtrauf mit den Bergen Lochenhörnle, Lochenstein und Schafberg. Bald kommt die romanische Weilerkirche von Owingen in Sicht, die als ältester Sakralbau von Hohenzollern gilt und aus gelblich-grauen Keuper-Sandsteinen errichtet wurde. Am Ortseingang von Stetten hört der Fahrradweg auf. Apropos Stetten: Im Salzbergwerk Stetten wird seit nunmehr 150 Jahren in einer Tiefe zwischen 80 und 270 Metern Steinsalz aus den Schichten des Muschelkalks abgebaut, das sich hauptsächlich in einem Salzlager von etwa acht Meter Mächtigkeit konzentriert. Die Gesamtlänge des unterirdischen Wegenetzes umfasst ca. 120 Kilometer. Ein Besuch ist aus Sicherheitsgründen aber leider nicht möglich.




Haigerloch

Weiter führt die Tour nach Haigerloch. Das Städtchen mit seinem schönen Schloss liegt malerisch in einem Flussmäander der Eyach. Die Oberstadt liegt hoch oben auf den Felsen, während die Unterstadt sich entlang der hohen Muschelkalkfelswände entwickelt hat. Insbesondere im Frühjahr bieten diese steilen Kalksteinfelsen während der Blüte des Wildflieders ein zauberhaftes Bild. Auf dem Marktplatz der Unterstadt finden sich bereits Hinweisschilder zum Atomkeller-Museum in der Pfluggasse.




Atomkeller-Museum

Am „Originalschauplatz“ kann der Besucher sich hier über die Experimente informieren, die 1945 in Haigerloch zum Bau des ersten deutschen Atommeilers führten. Zur Inbetriebnahme des Reaktors fehlten allerdings die notwendigen Mengen an schwerem Wasser. An den Forschungen beteiligten sich namhafte Forscher wie von Weizsäcker, Hahn und Heissenberg. Dem Treiben wurde am 23. April 1945 durch das Eintreffen der amerikanischen Spezialeinheit „Alsos“ ein Ende gesetzt. Die Anlage wurde demontiert, wobei der damalige Stadtpfarrer Marquard Gulde die beabsichtigte Sprengung des Felsenkellers verhindern konnte.




Muschelkalk bei Rottenburg

 

Auf der Fahrt nach Bad Imnau erschließt sich hinter Haigerloch das anfangs noch tief eingeschnittene Eyachtal. Der Radweg hört bald auf. In den großen, rechts der Straße liegenden Steinbrüchen des Muschelkalks erkennt man die horizontale Ablagerung der hier abgebauten Kalksteine und die deutliche Bankung (Bezeichnung für einen während eines bestimmten Zeitabschnittes entstandenen Abschnitt einer geologischen Schicht). Kurz vor Erreichen des Ortes weitet sich das Tal.

 

Nun hat man sich ein Glas Wasser wohl redlich verdient, also auf in die Trinkhalle von Bad Imnau! Hier kann man das Wasser der 1677 erstmals gefassten Caspar-Quelle probieren. Es zeichnet sich durch einen hohen Kohlensäureanteil aus und wird in der Kurklinik „Stahlbad“ zur unterstützenden Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen eingesetzt. Der Fahrweg zwischen den einzelnen Klinikgebäuden führt bald wieder auf die Straße, der man bis zur Abzweigung zum Bahnhof Eyach folgt. Nächstes Ziel ist der Neckartal-Radweg in Richtung Tübingen mit Ausblick auf die Ruine Weitenburg.




Rottenburger Dom

Nach Sulzau (der Name leitet sich von den Salzvorkommen im Untergrund ab) und Bieringen (an der Linkskurve beim Neckarsteg ist auf einem Gesteinsblock eine Informationstafel zur Neckarflößerei angebracht) stößt man kurz vor Obernau auf einen kleinen Mineralwasserbetrieb („Löwensprudel“, linke Straßenseite). Der Ausschilderung des Neckartal-Radweges folgend, passiert man verfallende Stützmauern, die von der einstigen Verbreitung des Traubenanbaus im Neckartal zeugen. Dann am Bahnhof von Bad Niedernau vorbei, noch ein Blick in einen großen Muschelkalk-Steinbruch, in die Pedale treten – und schon kommt Rottenburg in Sicht.




Neckarfront Tübingen

Auf dem Marktplatz muss man genau hingucken:  Auf der Rückseite des Domes versteckt sich das Hinweisschild auf den Radweg nach Tübingen, der auch an dem 1904 in Ziegelbauweise errichteten Schlachthof vorbeiführt. Immer Richtung Tübingen führt die letzte Etappe durch Kiebingen, Bühl und Kirchberg. Sehenswert ist nicht nur der Ausblick auf die Wurmlinger Kapelle auf der anderen Seite des Neckartals, sondern auch der Boden! Nahezu steinfrei, dabei dunkel und fruchtbar sind die Keuperböden der Äcker auf den unbebauten Flächen. Bei Derendingen quert man die Bahnlinie und erreicht schließlich Tübingen.

 

Was man hier mit dem angebrochenen Tag macht? Nun, in die Altstadt fahren, Drahtesel abstellen, in die Gässchen abtauchen oder einfach den Blick auf die Neckarfront genießen! Heim kommen Sie ohne Probleme, denn von Tübingen aus fahren regelmäßig Züge in alle Richtungen (Herrenberg, Mössingen, Balingen, Sigmaringen, Reutlingen und Metzingen).



Sie möchten weitere Infos über Tübingen (Karten, Flyer, Stadtführungen)? Dann schauen Sie doch einfach mal beim Tourist & Ticket Center des Bürger- und Verkehrsvereins Tübingen direkt an der Neckarbrücke vorbei. Geöffnet Montag bis Freitag von 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag von 9.00 bis 17.00 Uhr. mail@tuebingen-info.de, www.tuebingen-info.de.



Die Salz- und Mineral-Tour wurde mit tatkräftiger Unterstützung des BUND Neckar-Alb (Regionalgeschäftsstelle, Kronenstr.4, 72070 Tübingen, Tel. 07071 / 943885) erstellt. Herzlichen Dank!



Fahrplanauskunft
Hinfahrt zum Start in Balingen
Rückfahrt vom Endpunkt Tübingen
Datum
(TT|MM|JJ)
Stadt / Ort
Uhrzeit
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