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Die Saurier-Tour: Im Reich der Meerengel bei Albstadt

Startpunkt Onstmettingen, Endpunkt Hechingen

Länge: 13 Kilometer

Freizeitkarte F523 Tübingen/Reutlingen 1:50.000 (hier online bestellen)

 

Diese schon ein wenig anspruchsvolle geologische Wandertour führt von Onstmettingen nach Hechingen. Nach einem Besuch bei faszinierenden Fossilien aus der Jurazeit geht es zu verschiedenen Aussichtspunkten wie dem Raichberg, dem Hangenden Stein und dem Zeller Horn, die (beinahe aus Flugsaurierperspektive!) eine wunderbare Aussicht bieten.


Tourbeschreibung:

Nach Onstmettingen kommt man mit Bus und Zug fast aus jeder Richtung ganz gut an. Vom 1. Mai bis zum 16. Oktober fährt an Sonn- und Feiertagen die Buslinie 44 um 10.05 Uhr vom Bahnhof Bisingen direkt zum Nägelehaus auf dem Raichberg. Zu den übrigen Zeiten ist "Onstmettingen Rathaus" die nächstgelegene Haltestelle, die von der Linie 44 aus den Richtungen Bahnhof Albstadt-Ebingen (täglich) und Bahnhof Bisingen (nur Mo-Fr) angefahren wird (Fußwegentfernung 2,4 km, Wanderzeichen rote Raute, Höhendifferenz 150 m). Für alle, die aus Tübingen in Richtung Hechingen anreisen, bietet sich schon auf dem Weg ein geologisch spannender Anblick: Die Bahnstrecke verläuft inmitten des eigentlich weitläufigen Albvorlandes hier häufig in recht tiefen Einschnitten, die zumeist im Ölschiefer des Unterjuras angelegt wurden.




Museum im Kräuterkasten

Von Onstmettingen aus ist es mit der Buslinie 44 übrigens ein Katzensprung nach Albstadt-Ebingen (– und umgekehrt). Dort findet sich nämlich was ganz besonderes: das Museum im Kräuterkasten! (Wer aus Richtung Bad Saulgau/Sigmaringen durch das Schmeie-Tal kommend die Tour startet, kann einen Zwischenstopp in Albstadt-Ebingen einlegen um das Museum im Kräuterkasten zu besuchen.)


Zurück nach Onstmettingen: Vom Rathaus in Onstmettingen geht es danach immer der Markierung nach (rote Raute) die Nägelestraße aufwärts. Nach wenigen Metern kommt das historische Pumpwerk der ersten Wasserversorgung von Onstmettingen in Sicht. Gleichzeitig befindet sich hier die östliche Schmiechaquelle. Am Ortsende biegt man rechts ab (immer noch rote Raute) und passiert schöne Wacholderheiden. Nächste Station ist das Nägelehaus auf dem Raichberg. Oben angekommen, kann man stolz auf  140 Höhenmeter zurückblicken, die man seit Beginn der Wanderung gemeistert hat. Der Aussichtsturm bietet bei entsprechenden Sichtverhältnissen ein sehr gute Rundsicht, die bis zum Schwarzwald und den Alpen reicht!




Kohlenmeiler

Wandert man danach in Richtung Hangender Stein weiter, kommt man an einem im Jahre 2002 vom Schwäbischen Albverein eingerichteten Kohlenmeiler vorbei. Zur Köhlerei auf der Schwäbischen Alb: Um das Jahr 1800 waren auf der Gemarkung von Onstmettingen etwa 20 Kohlenmeiler in Betrieb. Beim hier wiederaufgebauten Kohlenmeiler wurde ein Segment herausgenommen, so dass Besucher einen guten Eindruck vom Aufbau und der Funktionsweise der Meiler bekommen. Viele Waldgebiete wurden in dieser Zeit gerodet, denn der Holzbedarf zum Betrieb eines Kohlenmeilers ist enorm. Die kreisrunden, mit Kohlestückchen durchsetzten Meilerplätze sind auf der Schwäbischen Alb keine Seltenheit. Zahlreiche Flur- und Ortsnamen (Kohlplatte, Kohlplatz, Kohlwinkel, Kohlstetten u.a.) erinnern noch heute daran.




Nägelehaus auf dem Raichberg

Der Weg zum Hangenden Stein (liegendes rotes Y) folgt einem Naturlehrpfad. Der nur über einen Steg zu erreichende Hangende Stein (923 m) ist ein bekannter Aussichtspunkt. Wie der Name schon andeutet, ist der Felsklotz aus Kalksteinen des Oberjura ein Stück der bergsturzgefährdeten Steilkante oder Trauf der Alb. Es ist nur einer Frage der Zeit, wann sich hier - wie beim Mössinger Bergrutsch vor einigen Jahren - ein Teil des Albtraufs entlang der schon viele Meter tief klaffenden Spalten vollständig lösen wird.

 

Weiter geht es direkt am Trauf entlang der Höllenlöcher zum Backofenfels (mit einer kleinen Höhle direkt unterhalb der Traufkante). Entlang des Traufs sieht man immer wieder Felsklötze, die nach außen kippen und allmählich talwärts rutschen. Dieser Bereich des Albtraufs entspricht auch der Europäischen Wasserscheide Donau/Neckar (Rhein): Das Wasser auf der Hochfläche fließt zur Donau hinunter, während die oft tief im Trauf eingeschnittenen Wasserläufe in den Neckar entwässern.




Burg Hohenzollern

Kurz vor dem Backofenfels führt ein schmaler Abkürzungsweg rechts abwärts nach Mariazell und Hechingen (blaues Dreieck). Unmittelbar danach gelangt man zum Trauffelsen (942 m) und kann wiederum eine herrliche Aussicht genießen, diesmal unter anderem auf Hechingen und die prächtige Burg Hohenzollern. In der Umgebung gibt es auch hier zahlreiche Furchen und spaltenförmige Öffnungen.

 

An dieser Stelle gleich eine geologische Info zur sogenannten „Schichtstufenlandschaft“. So heißt eine Abtragungsform, bei der unterschiedlich verwitterungsanfällige, härtere und weichere Gesteinschichten mit geringem Schichteinfallen aufeinander folgen. Tonig-mergelige Sockelschichten bilden den unteren Teil und sandig-kalkige Dachschichten aufgrund ihrer größeren Verwitterungsbeständigkeit den oberen Teil einer Schichtstufe. Der gegen das Schichteinfallen gerichtete Rand einer Schichtstufe wird als Trauf bezeichnet. Genau dies ist in Südwestdeutschland gegeben: Vom Neckar aus steigt das Gelände stufenartig nach Süden hin an. Der Neckar und seine Zuflüsse tragen die weniger widerstandsfähigen Sockelschichten immer mehr ab. Die Dachschichten brechen nach (z.B. Hangender Stein) und die Schichtstufe weicht nach Süden zurück.




Blick auf die Burg

Vom Trauffelsen kann man nun noch einmal zum Nägelehaus und dem Raichberg zurückkehren. Auf der letzten Touretappe folgt man der der Markierung (blaues Dreieck) auf der Albhochfläche zum Aussichtspunkt Zeller Horn (912 m). An dieser Stelle hat man noch einmal einen wunderbaren Blick auf die Burg Hohenzollern und bei guten Sichtverhältnissen sogar bis in den Schwarzwald. Der Abstieg führt durch den Wald hinunter in Richtung Mariazell (Achtung: Bei feuchter Witterung ist der Weg recht rutschig). Immer weiter bergab begibt man sich im Zickzack, bis die Hütte des Skiclubs Hechingen auftaucht und trifft schließlich auf eine Waldstraße, die in Richtung Hechingen führt.

 

Der Bahnhof Hechingen wird mindestens einmal pro Stunde von den IRE-Zügen der Linie Stuttgart – Reutlingen – Tübingen – Balingen – Sigmaringen-Aulendorf oder den HzL-Zügen der Linie Tübingen – Balingen – Sigmaringen – Aulendorf angefahren. Weitere Fahrmöglichkeiten bestehen mit den HzL-Zügen in Richtung Gammertingen und Bussen.



Die Saurier-Tour wurde mit tatkräftiger Unterstützung des BUND Neckar-Alb (Regionalgeschäftsstelle, Kronenstr.4, 72070 Tübingen, Tel. 07071 / 943885) erstellt. Herzlichen Dank!

 

 



Fahrplanauskunft
Hinfahrt zum Start am Nägelehaus Onstmettingen
Hinfahrt zum Start in Onstmettingen Rathaus
Rückfahrt vom Endpunkt Hechingen Bahnhof
Datum
(TT|MM|JJ)
Stadt / Ort
Uhrzeit
Uhr