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Die Ölschiefer-Tour: Zu den Bodenschätzen nach Balingen

Startpunkt Schömberg, Endpunkt Balingen

14 Kilometer

Radtour

Freizeitkarte F507 Villingen-Schwenningen 1:50.000 (hier online bestellen)

 

Diese schöne geologische Radtour bietet alles, was einen Erlebnistag ausmacht: lebendige Geschichte zum Thema Ölschiefer, wunderbare Aussichten und einen Zwischenstopp im Werkforum Dotternhausen, wo man mit etwas Glück eigenhändig ein paar Fossilien aus dem Stein klopfen kann!




Mössinger Bergrutsch

Tourbeschreibung:

Bitte beachten Sie: diese Tour funktioniert nur an Sonn- und Feiertagen zwischen 1. Mai und 17. Oktober, da nur an diesen Tagen der Bahnhof Schömberg durch den "Rad-Wander-Shuttle" Tübingen – Balingen – Schömberg angefahren wird. Bei der Fahrt von Tübingen aus erschließt sich nach dem Haltepunkt Mössingen in Fahrtrichtung (links) ein schöner Ausblick auf den Bergsturz am Hirschkopf, der sich im Jahre 1983 ereignete. Über vier Millionen Kubikmeter Geröll und Gestein lösten sich beim berühmten „Mössinger Bergsturz“ damals (geschätztes Gesamtgewicht über acht Millionen Tonnen!) und donnerten ins Tal. Sie hinterließen eine eindrucksvolle Narbe am Albtrauf  oberhalb von Mössingen. Eine 6000 Kilometer lange Kolonne von Lastwagen wäre zum Abtransport der Schuttmassen notwendig gewesen! Eine Station auf dem Weg ist auch Bad Sebastiansweiler. Dieser Ort liegt bereits in der Verebnungsfläche der „Ölschiefer“ des Lias. Eine hier gefasste Quelle schafft unter anderem Linderung bei rheumatischen Beschwerden. Die Quelle ist schwefelreich und bei entsprechender Witterung liegt ein Geruch von faulen Eiern in der Luft.


Apropos Ölschiefer: Der spielte ab 1943 eine wichtige Rolle. Wegen des Verlustes der Ölquellen in Rumänien und Russland wurden verstärkt Anstrengungen zur Treibstoffgewinnung aus dem bitumenhaltigen „Posidonienschiefer“ des Albvorlandes unternommen. Unter dem Decknamen „Unternehmen Wüste“ waren zwischen Nehren (südlich von Tübingen) und Schömberg insgesamt zehn Werke geplant, von denen aber nur wenige fertiggestellt wurden. 1945 wurden bei Bisingen und Schömberg die ersten Meiler in Betrieb genommen. Verschiedene Techniken zur Schieferölgewinnung kamen dabei zum Einsatz. Das „Lias-Werk“ bei Frommern wurde von der französischen Besatzungsmacht fertiggestellt, aber bereits 1947 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit wieder aufgegeben. Heute kann man in Bisingen die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers besuchen.




Burg Hohenzollern

Aber zurück zur Anfahrt: Bald gelangt man mit dem Zug in die ehemalige Residenzstadt Hechingen. Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stammburg der Familie Hohenzollern auf dem gleichnamigen Berg ist besonders auf der Weiterfahrt gut zu sehen. Bei klarer Sicht hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Schichtstufenlandschaft der Schwäbischen Alb. So bezeichnet man eine durch Abtragung und Verwitterung unterschiedlich widerstandsfähiger, horizontal oder nur schwach einfallender Gesteinsschichten entstandene Landschaftsform. Auch der Raichberg mit seinem Sendemast ist deutlich erkennbar.

Immer am Rand der Schwäbischen Alb entlang kommt man an Bisingen und Engstlatt vorbei nach Balingen. Die Stadt liegt übrigens auf der Verebnungsfläche des Lias (Unterjura) am Fuß der Schwäbischen Alb. 




Schömberg

Mit dem Rad-Wander-Shuttle geht es weiter nach Schömberg bis zum Haltepunkt Stausee (Bade- und Einkehrmöglichkeit, Campingplatz, diverse Freizeitangebote). Ab hier steigt man aufs Rad und folgt dem ausgeschilderten Radweg nach Balingen. Die Strecke führt an der barocken Palmbühl-Kirche vorbei und bietet einen schönen Ausblick auf das auf einem Bergsporn errichtete Städtchen Schömberg. Am Parkplatz auf der anderen Straßenseite beginnt auch ein familiengerechter Naturlehrpfad. Der Radweg führt parallel zur Straße nach Dotternhausen mit Ausblick auf das Zementwerk der Fa. Holcim. Kurz vor dem Ort unterquert man die Lorenbahn, die Kalksteine aus dem Steinbruch am Plettenberg (mit Sendemast!) zur Zementfabrik auf der anderen Seite der B 27 bringt.




Werkforum Dotternhausen

Und an dieser Stelle lohnt sich eine Pause für die Besichtigung des Werkforum. So heißt das Werksmuseum der Fa. Rohrbach Zement, in dem der Besucher in die längst vergangene Zeit des Jura-Meeres abtaucht. Viele Fossilien wurden hier bereits entdeckt – und mit etwas Glück stößt man selbst auf neue Funde. Vor dem Museum besteht nämlich die Möglichkeit, sich auf einem kleinen Klopfplatz selbst auf die Suche nach Fossilien zu machen (auf eigene Verantwortung natürlich, also aufpassen auf die Finger). Das Museum erreicht man mit einem kurzen Abstecher auf dem „Kleiner Heuberg Radweg“ nach dem Überqueren der B 27 an der Straße in Richtung Dormettingen (Ausschilderung beachten; Vorsicht beim Überqueren der B 27; Ampelregelung). 




Zollernschloss Balingen

Von der Ortsmitte in Dotternhausen geht es dann weiter auf dem Radweg, der am Schloss vorbeiführt und anschließend auf dem Radweg in Richtung Erzingen, der parallel zur Straße verläuft. Von weitem sieht man schon Balingen und im Hintergrund grüßt bereits der Hohenzollern. Vor Erzingen die B 27 unterqueren und den Ort auf der Bildhäuslestraße und der Martin-Luther-Straße durchfahren, immer in Richtung Endingen.  Hier quert man die Bahnstrecke und biegt gleich danach links ab (Richtung Tennisplätze). Der Radweg führt an der Eisenbahnlinie entlang und – nach Unterquerung einer weiteren Bahnstrecke – nach Balingen. Und hier im Städtchen lohnt sich natürlich der Besuch des prächtigen Zollernschlosses und zum Beispiel ein Abstecher in das Heimatmuseum in der Neuen Straße, in dem auch eine kleine, aber feine geologische Abteilung untergebracht ist. Der Bahnhof Balingen wird mindestens einmal pro Stunde von den IRE-Zügen der Linie Stuttgart – Reutlingen – Tübingen – Balingen – Sigmaringen-Aulendorf oder den HzL-Zügen der Linie Tübingen – Balingen – Sigmaringen – Aulendorf angefahren.



Die Ölschiefer-Tour wurde mit tatkräftiger Unterstützung des BUND Neckar-Alb (Regionalgeschäftsstelle, Kronenstr.4, 72070 Tübingen, Tel. 07071 / 943885) erstellt. Herzlichen Dank!



Fahrplanauskunft
Hinfahrt zum Start der Tour nach Schömberg
Rückfahrt vom Ende der Tour in Balingen - Bahnhof
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(TT|MM|JJ)
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