Start- und Endpunkt Hettingen
Freizeitkarte F526 Sigmaringen 1:50.000 (hier online bestellen)
Eine ideale Tour für alle, die es gemütlich angehen wollen. In Hettingen im Laucherttal, dem „Blauen Band der Schwäbischen Alb“, findet man alles, um in Erinnerungen zu schwelgen oder Vergangenes neu zu entdecken: Puppen und Spiele aus alter Zeit, ein Schloss mit Stuckarbeiten aus der Zeit des Rokoko, Kirchen, Kapellen und urwüchsige Landschaft!
![]() Hettingen |
Tourbeschreibung:
Kommt man mit der Hohenzollerischen Landesbahn zum Beispiel aus Sigmaringen, ist schon die Fahrt im Laucherttal ein echtes Erlebnis. Den Bedarfshaltepunkt Hettingen erreichen Sie mit den Zügen der HzL-Bahnlinie Hechingen – Gammertingen – Sigmaringen. Samstag und an Sonn- und Feiertagen halten dort nur wenige Züge. An diesen Tagen bedient die Buslinie 9 die gleiche Strecke im 2-Stunden-Takt. Deren Haltestelle heisst "Hettingen Krone". Inmitten von felsigen, baumbestandenen Hügeln liegt die Stadt Hettingen direkt an der Lauchert und schmiegt sich sozusagen an die Flusswindungen. Schon von weitem sieht man das große Hettinger Schloss, das sich in östlicher Richtung auf einem Felsrücken erhebt – und da geht es auch gleich als erste Station hin.
![]() Schloss Hettingen |
Das schöne Gemäuer gehörte im Mittelalter den Grafen von Gammertingen-Hettingen. Die hohe Schildmauer im Norden, die sie errichteten, ist bis heute erhalten. Mehrere Stile und Epochen vereint das Wohngebäude, das Franz-Anton von Speth im Jahr 1720 neu errichtet hat. Mit im Neubau: ein mittelalterlicher Bergfried und ein romanisches Burgtor. In die oberen Stockwerke gelangt man über eine prächtige dreiläufige Holztreppe aus der Erbauungszeit. Stattliche Heroldsfiguren halten auf den Pfosten Wache und beobachten kritisch jeden Schritt der Besucher. Bald darauf ist man im Rokoko angelangt und kann unter anderem prächtige, ornamental verzierte Stuckdecken bewundern!
Zeit für eine Rast in einer der urigen Gaststätten. Würziges Rauchfleisch und saftige Forellen, schwäbische Spezialitäten oder nur ein Schorle – fündig wird man in Hettingen schnell. Zum Beispiel im traditionellen Gasthof Schwanen, der praktischerweise auch gleich an der Hauptstraße liegt. Frisch gestärkt laden wir zu einer kleinen Kirchen- und Kapellentour in Hettingen ein. Sehenswert ist zum Beispiel die Marienkapelle im Süden der Stadt. Erstmals erwähnt wurde sie im 1570, neu aufgebaut im Jahr 1730. Die Decken im Inneren der Kapelle sind mit sehr schönem Rokokostuck versehen. Die Sebastianskapelle liegt auf einer Anhöhe vor dem Nordtor der Stadt in malerischer Lage am nordöstlichen Ende des heutigen Friedhofs. Erbaut wurde sie 1590/91 und nach dem dreißigjährigen Krieg 1661 neu errichtet. Und natürlich darf auch die Pfarrkirche Hettingen mit ihrer Zwiebelhaube nicht fehlen. Chor und Taufkapelle wurden 1499 erbaut, der Vorhallenturm mit Barockaufsatz und das Kuppeldach kamen um 1700 dazu. Innen befinden sich unter anderem schöne Netzgewölbe über Chor und Kapelle, ein zierliches Wandtabernakel in Turmform mit Bildwerk (Stammbaum Christi), drei Grabdenkmäler der Herren von Speth von dem Ulmer Bildhauer Hans Amann (1585) und ein Taufstein mit bemaltem Deckel (1614).
![]() Pfarrkirche St. Martin |
Option: Wanderung nach Inneringen
Wer keine Lust auf Kapellen und Kirchen in Hettingen hat, der kann in den Stadtteil Inneringen wandern, der nur wenige grüne Kilometer entfernt ist. Doch aufgepasst: da die ÖPNV-Anbindung nach Inneringen sich auf einige wenige Schülerbusse beschränkt, müssen Sie die Strecke von Hettingen aus und zurück auf jeden Fall laufen!
Weithin sichtbare Wahrzeichen sind der Inneringer Wasserturm und die Pfarrkirche St. Martin, ein neugotisches Gesamtkunstwerk aus dem Jahre 1861. Den „Christus am Ölberg“ hat der Gammertinger Barockmaler Ambrosius Reiser (1730-1815) gemalt, die Kreuzwegstationen stammen von dem Inneringer Maler Lukas Flöß (1751-1834). Neugierige, die erleben möchten, wie traditionelle Kunst in heutiger Zeit entsteht, können sich zum Beispiel bei der Malerin Ilse-Wolf melden und fragen, ob sie einen Blick in ihr Atelier und Galerie für Hinterglasmalerei werfen dürfen. Mindestens ebenso spannend und ein schöner Abschluss für die Nostalgie-Tour ist ein Besuch bei der Puppenmacherin Alberta Flöß, deren „Puppenstube“ Im Lau liegt. Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Von Zeit zu Zeit findet auf dem Inneringer Natursee ein historisches Fischerstechen statt. Infos gibt’s unter www.inneringen.de oder www.hettingen.de!














